Pronatorsyndrom:

Die Einengung des Nervus medianus in der Unterarmmuskelloge sollte immer differenzialdiagnostisch beim Karpaltunnelsyndrom in Betracht gezogen werden. Typisch ist der Schmerz/Dysästhesie bei Belastung.

Die Schnittführung ist z-förmig bzw. s-förmig mit querem Schenkel über der Ellenbeuge. Zunächst wird dünne Sehnenplatte dargestellt und gespalten. Anschließend wird der Nervus medianus am Oberarm aufgesucht und entlastend freigelegt. Eine Drainage sollte unbedingt eingelegt werden. Nach Hautverschluß erfolgt eine rein funktionelle Nachbehandlung. Als Hauptkomplikation muss Narbenbildung angegeben werden.

Sulcus ulnaris Syndrom:

Beim Sulcus ulnaris Syndrom, also der Einengung des Nervus ulnaris in der Ulnarisrinne konkurrieren die reine Neurolyse mit der Neurolyse mit Vorverlagerung des Nerven. Nach Ausschöpfen konservativer Maßnahmen wie z.B. Ruhigstellung und Druckentlastung sollte bei positivem klinischen und/oder neurophysiologischen Befund die Operation angestrebt werden.

Neurolyse ohne Vorverlagerung:

Bei der reinen Neurolyse erfolgt der Hautschnitt vor dem Epicondylus ulnaris anschließend wird der Nervus ulnaris aufgesucht und vollständig entlastet. Der Nerv sollte bis weit in den Unterarmbereich verfolgt werden ohne abgehende Äste zu schädigen. Wichtig ist auch beim Neurologen auf ein Inching des Nervens zu bestehen. Hierbei wird der Nerv in kurzen Abständen gemessen um so die Kompressionshöhe genauer bestimmen zu können. Nach Wundverschluß sollte nach einer kurzen Ruhigstellung frühfunktionell nachbehandelt werden.

Neurolyse mit Vorverlagerung:

Bei der Neurolyse mit Vorverlagerung wird der Hautschnitt direkt über dem Nervenverlauf des Nervus ulnaris angelegt. Der Nerv wird in oben genannter Technik präpariert. Nach vollständiger Freilegung des Nerven wird der Nerv spannungsfrei und ohne Knickbildung in ein subkutanes/submuskuläres Bett gelegt. Nach Naht des Bettes wird eine Drainage in das ehemalige Nervenbett eingelegt, der Arm sollte zur Schonung des neuen Nervenbettes in 45 Grad Beugestellung des Ellenbogens für zwei Wochen ruhig gestellt werden.

Loge de Guyon Syndrom:

Beim distalen Nervenkompressionssyndrom in der Loge de Guyon erfolgt der Zugang über einen leicht s-förmigen Schnitt bis in die Hohlhand hinein. Der Nerv wird aufgesucht und in seinem Verlauf nach distal freigelegt. Nach Durchtrennung des Logendaches wird der Nerv bis zum Abgang des Ramus profundus präpariert. Nach Hautverschluss sollte nach kurzer Gipsruhigstellung des Handgelenkes frühfunktionell behandelt werden.

Supinatorsyndrom:

Bei dem Supinatorsyndrom kommen in erster Linie zwei Schnittführungen in Betracht:
Der ventrale Zugang über einen s-verlaufenden Schnitt im Bereich der Ellenbogenbeugefalte und der radiale Zugang. Beim ventralen Zugang wird nach durchtrennen des Unterhautgewebes, nach Faszieneröffnung der Nervus radiales aufgesucht und an seinem Eingang in die Supinatorloge identifiziert. Der Nerv sollte soweit wie möglich nach distal identifiziert werden, wobei beim ventralen Zugang der distale Anteil der Supinatorloge nicht identifiziert werden kann.

Beim radialen Zugang wird dieser etwa zwei Querfinger distal des Epikondylus humeri radiales mit etwa 8 cm Länge angelegt. Die Faszie wird gespalten und der Nerv durch tasten lokalisiert. Nach Lokalisation wird der Muskel im Nervenverlauf gespalten und proximal, wie distal dargestellt. Der Eingang in die Supinatorloge und der Ausgang sollte identifiziert werden. Nach Einlage einer Drainage erfolgt der Hautverschluss. Die Nachbehandlung wird rein funktionell durchgeführt.

Wartenbergsyndrom:

Das Wartenbergsyndrom als distales Kompressionssyndrom des Nervus radiales betrifft den Ramus superficialis des Nervus radiales am Übergang vom mittleren zum distalen Drittel des Radius, wo der Nerv zum Vorschein kommt. Nachweisbar ist dieses Nervenkompressionssyndrom durch ein positives Hoffmann-Tinelsches Zeichen, der Finkelsteintest kann positiv sein, ebenso ist typisch das Zeichen nach Dellon.  Der Hautschnitt verläuft längs oder auch zick-zack förmig über der Brachioradialessehne. Nach Identifikation des Nervens wird dieser von Verklebungen befreit. Anschließend wird der dorsale freie Rand der Sehne des Muskulus brachioradiales nach außen und palmar geschlagen. Der Nerv sollte nun nicht mehr durch den Rand der Sehne komprimiert werden, dieses wird intraoperativ kontrolliert. Nach Hautverschluss erfolgt die Nachbehandlung rein funktionell.